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CO2-Emissionen steuern auf Rekord zu

CO2-Emissionen steuern auf Rekord zu

Drei Jahre lang waren die globalen CO2-Emissionen nahezu stabil. Doch inzwischen steigt der Ausstoß wieder und erreicht nun ein historisches Hoch, zeigen neue Zahlen der Internationalen Energieagentur. IEA-Chef Birol fordert ein schnelles Aus für Kohlekraftwerke.

 

Das Pariser Klimaabkommen ist seit knapp zwei Jahren in Kraft und seither geht der Ausstoß an Klimagasen wieder nach oben. Im Jahr 2017 stiegen die energiebedingten CO2-Emissionen um 1,4 Prozent und für dieses Jahr wird eine weitere Zunahme erwartet.


Die Steigerung folgt auf drei Jahre mit nahezu stabilen Emissionen, die hoffen ließen, die Welt habe den Höhepunkt der Emissionen erreicht. Doch von dieser Hoffnung ist nichts mehr übrig.

 

Der Chef der Internationalen Energieagentur IEA, Fatih Birol, sagte letzte Woche: "Wenn man sich die Zahlen für die ersten neun Monate dieses Jahres anschaut, steigen die Emissionen 2018 wieder und werden ein historisches Rekordhoch erreichen." Birol fügte hinzu: "Meine Zahlen lassen mich verzweifeln."

 

Das Paris-Abkommen hat zum Ziel, die Erderwärmung auf "deutlich unter zwei Grad" und möglichst sogar auf 1,5 Grad zu begrenzen. Doch Birols Zahlen zeigen, wie schwer das wird: "Die Chancen, derart ehrgeizige Ziele zu erreichen, werden schwächer und schwächer, jedes Jahr, jeden Monat."

 

Was getan werden muss, weiß Birol auch. "Energieeffizienz und Erneuerbare reichen nicht, um den Anstieg umzudrehen. Wenn es keine frühzeitige Abschaltung von Kohlekraftwerken gibt, dann sind mehr als zwei Drittel der Emissionen des Jahres 2040 bereits heute festgeschrieben", sagte Birol der britischen Zeitung The Guardian.

 

Zeit zum Handeln läuft ab

Mit Blick auf den Sonderbericht des Weltklimarats IPCC zum 1,5-Grad-Ziel verwies Birol zudem auf die "entscheidende" Bedeutung von sogenannten negativen Emissionen. Laut IPCC-Bericht muss die Menschheit nicht nur die Wirtschaft dekarbonisieren, sondern auch der Atmosphäre CO2 entziehen, um die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu stoppen.

 

Dies soll etwa durch "BECCS" erreicht werden – die Verbrennung von Pflanzenbiomasse (Bioenergie) mit anschließender CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) in geeigneten Gesteinsformationen. Die Bedeutung dieser Technologie wird nach Ansicht von Birol noch unterschätzt.

 

Die energiebedingten CO2-Emissionen steigen auch 2018 wieder an. (Grafik: IEA)
Vom morgigen Mittwoch an haben die Umweltminister der Welt Gelegenheit, diese Fragen zu diskutieren. Sie treffen sich im polnischen Krakau, um die diesjährige Klimakonferenz in Katowice vorzubereiten. Dort soll die "Bedienungsanleitung" für das Paris-Abkommen verabschiedet werden, die mit darüber entscheidet, wie wirkungsvoll das Abkommen sein wird.

 

Ob das gelingt, ist allerdings noch nicht sicher. Die Leiter der verschiedenen Verhandlungs- stränge warnen die Länder: "Der Verhandlungsstand einiger Texte ist noch nicht gut genug.“

 

Außerdem sei "die Zeit nicht auf unserer Seite". Letzteres trifft nicht nur auf die Verhandlungen zu, sondern auch fürs Klima, wie Birols Zahlen zeigen.

 

Je länger die Emissionen steigen, desto schneller müssen sie anschließend sinken, wenn die Paris-Ziele nicht verfehlt werden sollen.

 

(Quelle: klimareporter.de / Christoph Müller 23.10.2018)

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Wie der Klimawandel unser Essen verdirbt

Mehr Kohlendioxid in der Luft, weniger Nahrhaftes auf dem Teller: Harvard-Forscher haben die Folgen des beschleunigten Treibhauseffektes ermittelt. Drei lebenswichtige Nährstoffe werden immer öfter fehlen.

Die steigenden Konzentrationen an Kohlendioxid (CO2) in der Luft dürften einer Studie zufolge wichtige Lebensmittel nährstoffärmer machen und langfristig bei mehr Menschen zu Mangelerscheinungen führen. Einige Grundnahrungsmittel, Getreide wie Reis und Weizen etwa, könnten nach Einschätzung der Forscher bereits bis zum Jahr 2050, wenn die Kohlendioxidkonzentration von heute über 400 auf dann 550 ppm steigt, zwischen 3 und 17 Prozent weniger Eisen, Zink und Eiweiß enthalten. Die Qualität der Pflanzenfrüchte leidet durch den Klimawandel direkt und indirekt – einerseits, weil viele Anbaugebiete sich durch klimatische Veränderungen verschlechtern und Missernten sich häufen.

Andererseits aber verändert Kohlendioxid auch direkt die Bildung von Nährstoffen und die Anreicherung von lebenswichtigen Spurenstoffen. Das hatte sich schon früher in Feldexperimenten mit unterschiedlichen Spurengaskonzentrationen angedeutet. Die Untersuchung der Universität Harvard zu den Folgen dieser Nahrungsmittelverschlechterung ist in der Zeitschrift „Nature Climate Change“ erschienen. Hunderte Millionen Menschen könnten demnach vermehrt Nährstoffmängel entwickeln.

Vor allem Menschen in Afrika, Südasien, Südostasien, Indien und dem Nahen Osten seien gefährdet, sagte Matthew Smith von der Uni Harvard der Nachrichtenagentur AFP. „Und zwar zusätzlich zu den Milliarden Menschen, die bereits an Mängeln leiden und deren Situation sich verschlimmern könnte“, fügte er hinzu. Smith und sein Kollege Samuel Myers untersuchten für ihre Studie den Einfluss des aktuellen Treibhausgasausstoßes auf 225 unterschiedliche Pflanzen in 151 Ländern.

Verstärkter Zink- und Eisenmangel

Unter der Annahme, dass sich die Essgewohnheiten und Bedürfnisse bis Mitte des Jahrhunderts nicht gravierend verändern, kamen sie zu dem Ergebnis, dass zwei Prozent der Bevölkerung und damit 175 Millionen Menschen Zinkmangel entwickeln könnten – davon alleine 50 Millionen in Indien. Besonders Kinder sind bei Zinkmangel der Gefahr ausgesetzt, etwa an Malaria und Lungeninfektionen zu erkranken.

Zudem könnten 122 Millionen Menschen durch den gestiegenen Kohlendioxidgehalt zu wenig Eiweiß aufnehmen, das essentiell für Wachstum und Entwicklung ist. Mehr als eine Milliarde Menschen könnte darüber hinaus weniger Eisen erhalten. Bei Frauen kann Eisenmangel etwa im Extremfall dazu führen, dass sie bei der Geburt sterben. Bereits heute leiden mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an Nährstoffmangel.

Quelle: jom/AFP 29.08.2018

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Treibhausgase erreichen Rekordwert

Extreme Temperaturen, Eisschmelze in der Arktis, Treibhausgase: Behörden haben Daten zur Klimaerwärmung vorgelegt. Es sind die höchsten Werte seit Beginn der Messungen.

Im vergangenen Jahr ist die größte Menge an Treibhausgasen seit Beginn der Messungen ausgestoßen worden. Das melden die Amerikanische Meteorologische Gesellschaft (AMS) und die Nationale Meeres- und Atmosphärenbehörde (NOAA) in ihrem Jahresbericht State of the Climate in 2017. Die Emissionen der drei schädlichsten Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Methan und Lachgas haben 2017 neue Rekordausmaße erreicht, hieß es darin.

Inzwischen liegt die weltweite Kohlendioxidkonzentration bei 405 ppm. Seit den frühen Sechzigerjahren habe sich die Zunahme von CO2 in der Erdatmosphäre fast vervierfacht. Auch die globale Temperatur an Land wie in den Ozeanen sei "bemerkenswert hoch" gewesen. Sie lag nur knapp unter dem Rekordwert 2016. Die zehn heißesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen ereigneten sich alle seit 1998, die vier wärmsten davon seit 2014.

Der Klimawandel wirkt sich auf die Arktis und Gletscher weltweit aus. In der Arktis liegen die Temperaturen den Angaben zufolge 1,6 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010. Derart hohe Temperaturen seien in den vergangenen 2.000 Jahren nicht beobachtet worden; entsprechend ging auch die Eisausdehnung zurück. Im März war sie auf dem niedrigsten Stand der 37-jährigen Satellitenüberwachung. Gletscher schmolzen das 38. Jahr in Folge. Seit 1980 büßten die Gletscher durchschnittlich 22 Meter ein. An dem State-of-the- Climate-Bericht arbeiten 450 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über 60 Ländern, er erschien zum 28. Mal.

Die USA sind nach China das Land mit den höchsten klimaschädlichen Ausstößen. Die USA wollen sich aus dem Pariser Klimaabkommen zurückziehen, das eine Begrenzung der Erder- wärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter vorsieht. Im November 2017 reichten sie das Austrittsgesuch bei den Vereinten Nationen ein, formal können sie aber erst später austreten. Das US-Außenministerium geht von November 2019 aus.

China hingegen versucht sich derzeit vom Klimakiller zum Klimaretter zu profilieren. Der Daten- lage nach könnte das Land seine klimapolitischen Ziele sogar noch vor der in Paris vereinbarten Frist erreichen – trotz Wirtschaftswachstum. Die Schadstoffbelastung geht zurück, Tausende von Fabriken in der Kohle- und Stahlindustrie mussten schließen, das Land treibt Geoengineering voran, also die künstliche Erzeugung von Regen in Wüsten oder die Bewaldung erodierter Berge. Zudem investiert China stark in nichtfossile Energieträger: In den vergangenen Jahren sind so viele Solar- und Windkraftanlagen errichtet worden wie im Rest der Welt zusammen. Kritiker bemängeln jedoch, dass China dafür im Ausland klimaschädliche Projekte vorantreibe.

(Quelle: ZEIT ONLINE, AFP, 01.08.2018)

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EU beschließt höhere Ziele für erneuerbare Energien

 
Um die Klimaschutzziele zu erreichen, haben EU und Mitgliedsstaaten einen größeren Anteil an Ökoenergie bis 2030 vereinbart – noch über den deutschen Vorschlag hinaus.

Bis 2030 muss knapp ein Drittel der in der EU genutzten Energie aus erneuerbaren Quellen stammen. Auf diese Vorgabe einigten sich das Europaparlament und die Mitgliedstaaten bei Verhandlungen in Brüssel, wie EU-Klimakommissar Miguel Arias Cãnete mitteilte.

Das neue Ziel liegt über der Marke von 30 Prozent, die Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) angestrebt hatte. Klimakommissar Arias Cãnete lobte die Vereinbarung. „Diese Vereinbarung ist ein hart erkämpfter Sieg für unsere Bemühungen, das wahre Potenzial für Europas Energiewende [https://www.zeit.de/2017/11/erneuerbare-energien- deutschland-china-indien-investitionen] zu heben“, schrieb er auf Twitter.

Erneuerbare Energien [https://www.zeit.de/thema/erneuerbare-energien] sind sowohl Ökostrom aus Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse als auch erneuerbare Energien zum Heizen und Kühlen sowie für den Verkehr. Der Anteil lag zuletzt in der gesamten EU bei rund 17 Prozent. Der rasche Ausbau soll helfen, die EU-Ziele für den Klimaschutz einzuhalten. 2030 soll der Ausstoß von Kohlendioxid um 40 Prozent unter dem Wert von 1990 liegen.

Das Europaparlament hatte den Vorschlag der Kommission für ein umfassendes Energie- sparpaket im Januar grundsätzlich gebilligt, aber erhebliche Nachbesserungen gefordert. Den Anteil erneuerbarer Energien wollte das Parlament auf 35 Prozent anheben, die Kommission lediglich auf 27 Prozent. Mit den Mitgliedsstaaten einigte sich das Parlament nun auf 32 Prozent mit Revisionsklausel – in fünf Jahren könnte das Ziel noch einmal angehoben werden.

Kein Palmöl mehr
Eine Einigung gab es auch bei der von Umweltschützern wegen der Rodung ganzer Wälder kritisierten Verwendung von Palmöl in Biosprit. Bis 2030 soll in der EU kein Palmöl mehr im Transportwesen genutzt werden.

Keinen Kompromiss fanden die Unterhändler hingegen bei Vorgaben zur Energieeffizienz. Nach dem Willen des Europaparlaments sollen bis 2030 die Zielvorgaben für Einsparungen durch bessere Energieeffizienz auf 35 Prozent erhöht werden. Den Mitgliedstaaten erschien dieses Ziel zu ambitioniert.

(Quelle: ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters, ft 14.06.2018) 
 

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Brüssel bereitet Öko-Label für Finanzprodukte vor

Wann ein Investment nachhaltig ist, dürfen Banken und Fonds momentan selbst bestimmen. Brüssel will das ändern – mit einem Aktionsplan für Green Finance. Die Pläne bergen erhebliches Konfliktpotenzial.

Brüssel macht Tempo: Schon im Herbst 2019 soll die Europäische Union nach exklusiven Informationen des Magazins bizz energy ein Öko-Label für Finanzprodukte einführen. Um den ehrgeizigen Zeitplan einzuhalten, will die EU-Kommission bereits im Mai die entscheidende Vorarbeit liefern – eine Klassifikation, die den Begriff Nachhaltigkeit klären sowie umweltfreundliche und emissionsarme Investitionen identifizieren soll.

Mit ihren Plänen fährt die Kommission eine Doppelstrategie: Das EU-Kennzeichen für nachhaltige Finanzprodukte soll das Vertrauen der Anleger stärken und der Staaten- gemeinschaft einen grünen Investitionsboom bescheren. „Unsere Initiative soll die weltweite Attraktivität des europäischen Finanzsektors für Investitionen in grüne Technologien stärken“, sagt Klima- und Energiekommissar Arias Canete im Gespräch mit bizz energy.

Investitionsdefizit schließen
Und sie soll mehr Geld in erneuerbare Energien und den Klimaschutz lenken. Die Kommission will damit nicht nur den kontinentaleuropäischen Finanzsektor stärken, der wegen des Brexit an Bedeutung verlieren wird. Sondern auch das seit Jahren immer größer werdende Investitionsdefizit in erneuerbare Energien schließen.

Das ist dringend nötig. In der EU klafft nach Berechnungen der Kommission eine Investitionslücke von jährlich 180 Milliarden Euro. Sie müsste geschlossen werden, um das Pariser Klimaziel von 40 Prozent weniger CO2 bis 2030 zu erreichen. „Das ist weit jenseits der Kapazitäten des öffentlichen Sektors“, räumt Canete ein.

Lage brisanter, als Brüssel zugibt
Doch die Lage ist noch brisanter, als Brüssel zugibt. Denn Investitionen in Klimaschutz und erneuerbare Energien sind EU-weit rückläufig. So gingen im wichtigsten Mitgliedsstaat Deutschland laut Bundeswirtschaftsministerium die Investitionen in Solar und Wind zurück: Von 25 Milliarden Euro 2010 auf 12 Milliarden im Jahr 2016. Die Ausgaben der Industrie für Klimaschutz stagnieren bei 2,5 Milliarden Euro jährlich.

„Ohne politischen Rückenwind werden Green Bonds weiter nur ein Nischendasein fristen“, sagt ein enger Berater von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zu bizz energy. Green Finance ist für den ehemaligen Premier des Finanzplatzes Luxemburgs ein besonderes Anliegen. Er knüpft daran die Hoffnung, nach dem Ausscheiden Großbritanniens neue Finanzgeschäfte auf den alten Kontinent zu holen. Obwohl die Europäische Investitionsbank (EIB) schon 2007 die erste grüne Anleihe herausgab, erreichten Green Bonds erst 2015 ein Emissionsvolumen von 100 Milliarden Euro. In diesem Jahr könnten es nach EIB-Schätzungen 120 Milliarden Euro werden.

Konzerne schreiben Brief an Canete
Dabei hat das Thema Konjunktur. Immer mehr Anleger interessieren sich für Finanz- produkte, die Rücksicht auf die Umwelt nehmen oder direkt in den Klimaschutz investieren. So suchen Kirchen, Stiftungen und Pensionsfonds häufig händeringend nach ethisch und ökologisch unbedenklichen Anlagen. Auch der Industrie ist das Thema nicht gleichgültig. 20 weltweit agierende Konzerne forderten in einem Brief an Canete, die EU solle bei der Finanzierung des Klimaschutzes globale Führerschaft übernehmen. Immer mehr Fonds werfen Kohle-, Öl- und Gasaktien aus ihren Depots, um sie durch nachhaltigere Anlagen zu ersetzen – jüngst Norwegens Staatsfonds, dessen Mittel ironischerweise aus den Öl- und Gaseinnahmen des Landes gespeist werden.

Ein Grund für den mangelnden Durchbruch grüner Finanzprodukte ist das Fehlen eines verlässlichen Regulierungsrahmens. Jeder Anbieter kann derzeit selbst definieren, was nachhaltig ist. Um sich ein grünes Etikett umzuhängen, reicht es oft schon, Investitionen in Rüstung, Pornografie, Glücksspiele, Tabak und Atomenergie auszuschließen. Zudem scheuen sich Banken und Fonds immer noch, ihren Kunden grüne Finanzprodukte anzubieten. „Auf Grund des höheren Verwaltungs- und Beratungsbedarfs sind sie kostspieliger“, konstatiert Professor Martin Faust von der Frankfurt School of Finance and Management. Deswegen stellten die Banken sie nicht in ihr Schaufenster.

Den Investoren aufwändige Recherchen ersparen
Fehlende Akzeptanz und hohe Kosten will Brüssel vor allem mit zwei Initiativen des Aktions- plans angehen. Das Öko-Label für Finanzprodukte soll es Investoren erleichtern, nachhaltige Anlagen zu erkennen, ohne selbst aufwändige Recherchen anzustellen. Und geänderte Rechenschafts- und Eigenkapitalregeln sollen dämpfend auf die Preise grüner Wertpapiere einwirken. Die Kommission umschreibt es vorsichtig mit „Vorsichtspflichten institutioneller Anleger und Vermögensverwalter“ sowie „Feinabstimmung der Kapitalanforderungen für Banken“.

Danach sollen Banken und Fonds bei Investitionsentscheidungen stärker Nachhaltigkeits- faktoren berücksichtigen und darüber Rechenschaft abgeben. Dafür erhalten sie einen Bonus auf das Eigenkapital, das Institute vorhalten müssen, um Ausfälle ohne schädliche Folgen für den europäischen Finanzsektor verkraften zu können. Die Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards erhöhe den Erfolg grüner gegenüber konventionellen Anlagen und rechtfertige deshalb unterschiedliche Eigenkapitalvorschriften, so der Juncker- Berater.

Die Pläne bergen allerdings erhebliches Konfliktpotenzial. Dies könnte den ehrgeizigen Zeitplan der Kommission gefährden. Denn kein Unternehmen und kein institutioneller Anleger möchte als nicht nachhaltig abgestempelt werden. Die Lobbyisten dürften bei den Finanzpolitikern in Brüssel Schlange stehen.

(Quelle bizz energy, Norbert Mühlberger, 19.04.2018) 

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Biomethan: Erzeugung von erneuerbarem Erdgas kann verzehnfacht werden

 

Die Erzeugung von Biomethan in Deutschland kann bis im Jahr 2050 um gut das Zehnfache gesteigert werden, von heute 9 auf rund 100 Terawattstunden pro Jahr.

Das ist das Ergebnis eines Strategiepapiers, das die Biogaspartnerschaft der Deutschen Energie-Agentur (dena) auf Basis von aktuellen Studien erarbeitet hat. Voraussetzung für den Ausbau ist, dass die Rahmenbedingungen für die Nutzung von Biomethan in den Sektoren Verkehr, Wärme und Strom verbessert werden. Biomethan entsteht durch die Aufbereitung von Biogas auf Erdgasqualität und lässt sich wie Erdgas gut speichern und vielseitig nutzen. Als Quelle dienen Rest- und Abfallstoffe, tierische Exkremente und Energiepflanzen.

Alle Studien zeigen: Biomethan kann einen signifikanten Beitrag zur Energiewende leisten, ohne mit der Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln zu konkurrieren“, sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung.

„Vor allem dort, wo Strom-, Gas- und Wärmenetze gut zusammenspielen, kommen die Vorteile von Biomethan zur Geltung. Biomethan ist eine hervorragende Ergänzung zu den fluktuierenden erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarenergie. Um die Potenziale zu erschließen, müssen wir an verschiedenen Stellschrauben drehen. Mit unserem Strategiepapier zeigen wir, worauf die Politik dabei achten sollte. Vor allem brauchen wir ein klares politisches Bekenntnis, dass Investitionen in Anlagen und Infrastruktur für erneuerbare Gase als wertvoller Beitrag zur Energiewende anerkannt werden.“

Für das Strategiepapier wurden 16 Studien aus den Jahren 2012 bis 2017 ausgewertet, die Szenarien zum Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung beschreiben. Für die Sektoren Verkehr, Wärme und Strom empfiehlt die Biogaspartnerschaft konkrete Maßnahmen.

Verkehr: Unterquote für fortschrittliche Kraftstoffe und Anrechnung auf CO2-Flottenziele
Biomethan ist ein nahezu klimaneutraler Kraftstoff, bei dessen Verbrennung auch deutlich weniger Stickoxid und Feinstaub entstehen als beispielsweise die Euro 6-Norm für Benzin und Diesel zulässt. Der Umstieg auf Erdgasfahrzeuge, die mit Biomethan und anderen erneuerbaren Gasen betrieben werden, wäre schnell und kostengünstig realisierbar. Daher sollte Biomethan verstärkt in Landwirtschaft, öffentlichem Nahverkehr und für Pkws genutzt werden. Langfristig ist Biomethan in Form von verflüssigtem Biogas (Bio-LNG) vor allem im Schwerlast- und Schiffsverkehr sinnvoll.

(Quelle Deutsche Energie-Agentur (dena) 2017)

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Der Energieriese BP rechnet mit einem weltweit stark steigenden Energiehunger. Einen wachsenden Anteil sollen alternative Quellen befriedigen.

 

Die Entwicklungsländer werden die Energienachfrage in den kommenden Jahrzehnten kräftig in die Höhe treiben. Der Energieverbrauch wird im Jahr 2040 um ein Drittel über den jetzigen Werten liegen, die Hälfte des Wachstums geht auf das Konto von China und Indien.

In den späteren Jahren erwarten die Volkswirte von BP auch deutliche Steigerungen in Afrika – alles unter der Annahme, dass die Politik und die Technologien sich in ähnlicher Geschwindigkeit weiter entwickeln wie bisher.

Erneuerbare Energien bald wichtigste Komponente
Unter dieser Annahme würden die erneuerbaren Energien die am stärksten wachsende Energiequelle sein und einen Anteil von weltweit 14 Prozent erreichen. BP-Chef Dudley befürchtet trotz des Erfolgs erneuerbarer Energien einen weiteren Anstieg der CO2- Emissionen.

Trotzdem wäre das Klima dann immer noch nicht gerettet. Denn auch unter diesen Annahmen würden die Kohlendioxidemissionen um weitere zehn Prozent ansteigen. Damit würde sich der Anstieg zwar verlangsamen, aber die Welt würde die in Paris beschlossenen Klimaziele verfehlen.

(Quelle: BP: Steigender Energiebedarf, J.-P. Marquardt, ARD London) 

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Biogas: Frankreich baut Biogas beachtlich aus (BiomassMuse)

Frankreich arbeitet forciert daran, sich vom Ruf DER Atomenergie-Nation weltweit zu lösen - La Grande Nation setzt daher stark auf den Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere auch auf Biogaslösungen.

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Biogasanlagen als Energie- und Investment-Zukunft

Die Abendzeitung München hat sich dem Thema Biogasanlagen zugewandt und die Vorteile für Deutschland, die Welt und Investoren aufgezeigt. Auch die Grüngold AG wurde in diesem Zusammenhang genannt. (externer Link)

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Peter Lewinsky im Gespräch mit der SZ

Der Vorstand der Grüngold AG, Peter Lewinsky, hat im Gespräch mit der Sächsischen Zeitung Vorteile von Biogasanlagen und attraktive Renditen von entsprechenden Investition aufgezeigt. Das Interview kann hier nachgelesen werden. (externer Link)

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Marktpotential für Biogas

Unter Berücksichtigung der politischen Abhängigkeit vom Russlandgas, der technischen Abhängigkeit von der Nuklearenergie in Frankreich, aber auch vor dem Hintergrund der aktuellen ökologisch nicht nachvollziehbaren deutschen politischen Unterstützung von Kohle als Primärenergieträger, sind folgende signifikanten Aus- und Aufbauvorhaben von Produktionskapazitäten für Biogas in Deutschland und Europa beruhigend

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